Das Projekt #lassmalesen ist ein gemeinsames Bildungsprojekt im Rahmen der lit.COLOGNE. Ziel ist es, junge Menschen für Literatur zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, Literatur nicht nur zu lesen, sondern aktiv zu erleben und mitzugestalten. Dabei arbeiten Schulgruppen intensiv mit einem ausgewählten Buch und entwickeln gemeinsam mit Kulturschaffenden eigene kreative Konzepte rund um eine Autorenlesung.
Auch eine Gruppe von Schüler/innen der Berufsfachschule für Kinderpflege des Erzbischöflichen Berufskollegs Köln nahm in diesem Schuljahr an dem Projekt teil. Gemeinsam entschieden sich die Schüler/innen für den bewegenden Roman Der Geruch von Ruß und Rosen der österreichischen Autorin Julya Rabinowich.
Begleitet von Workshops der Jungen Stadt Köln setzten sich die Schüler/innen intensiv mit dem Buch auseinander und entwickelten Schritt für Schritt ein eigenes Konzept für die Autorenlesung. Aus zahlreichen Ideen entstand ein beeindruckendes Gesamtprogramm, das am 07.05.2026 mit über 120 Gästen auf die Bühne gebracht wurde.
Mit einem liebevoll gestalteten Bühnenbild – passend zum Buchcover und zur Atmosphäre der Geschichte – wurde bereits beim Betreten des Raumes deutlich, wie viel Herzblut in dem Projekt steckte. Auch Julya Rabinowich fühlte sich sofort willkommen und gut aufgehoben.Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Chris und Paula, zwei Schüler/innen der Projektgruppe, die mit ihren Beiträgen für einen stimmungsvollen Rahmen sorgten. Besonders kreativ war auch die Vorstellungsrunde der Autorin: Mithilfe eines selbst gestalteten Freundebuchs lernten die Zuschauer/innen Julya Rabinowich auf persönliche Weise kennen. So erfuhren sie unter anderem, dass sie Fan und Freundin von Elfriede Jelinek ist, bei Schreibblockaden gerne nach Venedig reist und trotz Flugangst von einer Reise nach Japan träumt.
Gerade diese offenen und persönlichen Einblicke machten deutlich: Julya Rabinowich und die Schüler/innen des EBK waren eine perfekte Kombination. Dies zeigte sich auch in den tiefgründigen Interviews zwischen den Lesepassagen. Gemeinsam nahmen sie das Publikum mit in das Leben von Madina, der Hauptfigur aus Der Geruch von Ruß und Rosen – eine bewegende Geschichte über Flucht, Verlust und Hoffnung.
Darüber hinaus ging es in den Gesprächen auch um das Leben als Autorin. Julya Rabinowich ermutigte die jungen Menschen dazu, selbst zu schreiben, und sich Feedback einzuholen – dieses aber auch bewusst wieder zu verwerfen, wenn es sich nicht richtig anfühlt. Genau darin liege die Kunst: zu erkennen, wann Rückmeldungen hilfreich sind und wann es wichtig ist, der eigenen Intuition zu folgen. Sie selbst wusste schon sehr früh, dass sie Autorin werden möchte – auch weil sie immer gerne Geschichten erzählt hat und ihr die Reaktionen der Menschen darauf Freude bereiten.
Besonders eindrucksvoll waren dabei die Worte der Autorin an die jungen Menschen im Publikum: „Vertraut euch!“ Dieser Satz spiegelte das gesamte Projekt wider. Vertrauen in die eigenen Ideen, in die eigene Kreativität und in die eigene Stimme. Ausgehend von ersten Überlegungen entstand innerhalb weniger Wochen eine öffentliche Lesung mit einem besonderen Programm und einer Atmosphäre, die alle Beteiligten berührte.
Das Erzbischöfliche Berufskolleg Köln ist froh und stolz, solche Räume für Schüler/innen und Studierende öffnen zu können – ganz im Sinne der LernVision der Schule. Lernen entsteht nicht nur im Frontalunterricht. Lernen entsteht besonders in der eigenständigen Auseinandersetzung, in offenen Lern- und Erlebnisräumen sowie im gemeinsamen kreativen Arbeiten.
Vertrauen ist dabei das entscheidende Stichwort.
„Ich nehme aus diesem Projekt mit, dass man stärker und mutiger ist, als man denkt, und sich trauen soll, an so schönen Projekten teilzunehmen.“ Sarah Hierl (BFKVOb)
„Ich fand es schön, wie wir so viele von unseren Ideen umsetzen konnten und am Ende alles so perfekt gepasst hat. Dadurch, dass es feste Gruppen gab, die sich intensiv mit einzelnen Parts beschäftigt haben, konnten wir zusammen eine so große, detailreiche und bunte Lesung erschaffen. Ich nehme aus dem Projekt vieles mit. Zum Beispiel, wie man einerseits Kontrolle abgibt und gleichzeitig selbst eine große Verantwortung übernimmt. Wie es sich anfühlt, eine Person vor einem großen Publikum zu interviewen und spontan zu reagieren. Außerdem war es schön, Schüler/innen, die man bisher nur vom Sehen kannte, neu und besser kennenzulernen.“ Paula Nelles (BFKVOb)
„Zunächst schien es sehr schwierig, aber nach den Proben ging alles viel leichter. Es war eine hervorragende Erfahrung. „Alles ist schwer, bevor es leicht ist.“ Arlete Dianguini (BFKVOb)
„Was mir besonders gefallen hat, war, dass wir im Großen und Ganzen als Projektgruppe gut zusammengearbeitet haben und sich Unter- und Oberstufe besser kennenlernen konnten. Außerdem waren die Workshops und die Generalprobe sehr informativ. Besonders positiv fand ich auch, dass Sie und Frau Weitzel uns immer unterstützt haben, wenn wir Hilfe brauchten, und an manchen Stellen auch den nötigen Druck gemacht haben. Was ich gelernt habe: wie eine Lesung insgesamt aufgebaut ist, was man alles an Technik, Deko usw. benötigt, und dass man in der Gruppenarbeit klare Absprachen benötigt.“ Sven Siegmund (BFKVUb)
„Aus dem Projekt nehmen ich mit:Leonie Beier“ (BFKVUb)
- ein Buch ist meistens nicht einfach nur ein Buch sondern eine Geschichte, die von einem Menschen kommt der selber eine Geschichte hat, besonders hat mir gefallen das die Autorin so einen persönlichen Einblick gegeben hat , auch in richtigung was sie mit der Geschichte verbindet und welche Erfahrungen sie gemacht hat.
- lass mal lesen hat mir gezeigt wie viel Arbeit es ist eine Veranstaltung zu organisieren, nicht nur das was auf der Bühne passiert sondern auch was hinter der Bühne passiert und vor der Veranstaltung.
- auch fand ich die Zusammenarbeit mit der Stufe sehr angenehm und gut zum kennenlernen, vielleicht auch selbe Interessen rausfinden.
Nadine Röthig-Heß (Bildungsgangleiterin Berufliches Gymnasium Erzieher/in), Julya Rabinowich (Autorin), Magdalena Weitzel (Digitalisierungsbeauftragte)
Sorgten für den guten Ton: Die Schülerinnen der Kinderpfelge Oberstufe
Schulleiter Carsten Arntz bei der Einführung zur Autorenlesung mit Julya Rabinowich
Der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal
Julya Rabinowich während der Autorenlesung
(v.l.n.r.) Kahtrin Wichmann (stellvertretende Schulleiterin), Magdalena Weitzel (Digitalisierungsbeauftragte), Julya Rabinowich (Autorin), Nadine Röthig-Heß (Bildungsgangleiterin Berufliches Gymnasium Erzieher/in), XXX, Carsten Arntz (Schulleiter)
Leisteten einen großen Beitrag zum gemeinsamen Bildungsprojekt #lassmalesen im Rahmen der lit.COLOGNE: die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Kinderpflege mit Autorin Julya Rabinowich