Um den 21. September herum feiern wir die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Es ist also seit jeher der Monat, der den Sommer beendet und den Herbst einleitet. Wir sehen die ersten Vögel, die sich sammeln und sich darauf vorbereiten, in den Süden zu fliegen, während Mutter Natur ein letztes Mal ihr reichhaltiges Füllhorn ausschüttet. Der Überfluss an Nüssen, Samen und Früchten zeigt uns noch einmal ganz deutlich, was aus einem in fruchtbare Erde gelegten Korn gedeihen kann.
Erntedankzeit ist eine wunderbare Zeit, um sich und seine Energien bewusst anzuschauen: Sind Geben und Nehmen, Aktivität und Mußezeit im Gleichgewicht?
Die Erntedank-Feste und der Brauch eines reich gedeckten Tisches, voller Früchte, Gemüse, Kornähren und Broten zeigen, dass man sich inmitten der Fülle des Herbstes bewusst machen kann, dass wir für die Nahrung, von der wir leben, Fruchtkörper, Korn, Wurzeln, Milch, Saft …, natürlich dankbar sein sollen. Im christlichen Kontext richten wir den Dank an Gott, der uns segensreich die Früchte dieser Erde ernten lässt.
Ohne die Lebensmittel aus der Natur könnten wir nicht leben. Es ist also eine wunderbare Gelegenheit, Dankbarkeit auszudrücken und damit einen bewussten Ausgleich zu schaffen und anzuerkennen, was uns sowohl körperlich als auch seelisch genährt hat.
Ein von Herzen kommendes „Danke“ ist eine Gegengabe, eine wertschätzende und verbindende Geste für all die erhaltenen Geschenke.
Für unser Kunstprojekt in der KIO1 haben wir Fruchtbarkeitsmasken hergestellt auf der Grundlage einer fertigen Papiermaske (möglich wäre auch eine individuell abgenommene Gipsbandagenmaske denkbar gewesen, dafür fehlte jedoch die Zeit). Ansonsten wurde nur der Kleber gestellt. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Aufgabe, alles Mögliche an Naturmaterial mitzubringen: Sonnenblumenkerne, Walnüsse, Haselnüsse, Stroh, Heu, Studentenfutter, Blätter, Lampionblumen, Hortensien, Maisblätter, getrocknete Kichererbsen und Linsen, Trockenblumen, Bucheckern, Kastanien, Gräser, Ananasstroh, Avocadokerne, Zapfen, Ähren etc.
In nur einer Doppelstunde sind dann die sehr gelungenen und ausdrucksstarken und sehr individuellen Masken auf den Bildern entstanden!