Fachschule für Sozialwesen – Fachrichtung Heilerziehungspflege

Bildungsgangbeschreibung

Die Fachschule für Heilerziehungspflege richtet sich an junge Erwachsene, die eine berufliche Ausbildung zur „Staatlich anerkannten Heilerziehungspflegerin“/zum „Staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger“ anstreben.

Mit dem Berufsabschluss kann ggf. gleichzeitig die „Fachhochschulreife“ erworben werden.

Heilerziehungspfleger(innen) sind sozialpädagogische Fachkräfte für die Assistenz, Erziehung, Bildung, Betreuung und Pflege von Menschen aller Altersgruppen mit Behinderung. Sie sind als Pflegefachkräfte in Einrichtungen der Eingliederungshilfe anerkannt.

Die Ausbildung gliedert sich in zwei Abschnitte:

In dem zweijährigen fachtheoretischen Ausbildungs­abschnitt mit insgesamt 16 Wochen Praktikum in unterschiedlichen Einrichtungen der Eingliederungshilfe erwerben die Studierenden eine vertiefte Allgemeinbildung sowie ein fachliches Wissen und Können. Die im Praktikum gemachten Erfahrungen werden unterrichtlich aufgearbeitet und für das schulische Lernen genutzt.

In dem einjährigen fachpraktischen Ausbildungs­abschnitt – Berufspraktikum –, der schulisch begleitet wird, erweitern und vertiefen die Studierenden ihre berufliche Handlungs­kompetenz

Das Fundament der Ausbildung ist das christliche Menschenbild. An ihm orientiert sich unsere pädagogische Arbeit.

Ausbildungsziele

  • Berufsabschluss Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin/Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger
  • ggf. Fachhochschulreife
  • die Befähigung zur selbstständigen Tätigkeit mit und für Menschen mit Behinderung in den Lebensbereichen des Wohnens, der Bildung und Erziehung, der Arbeit und der Freizeit
  • Studierfähigkeit

Aufnahmevoraussetzungen

  • Nachweis der persönlichen Eignung durch ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, das zu Beginn der Ausbildung nicht älter als drei Monate sein darf und
  • Sekundarabschluss I – Fachoberschulreife – und
  • Abschluss eines berufsqualifizierenden Bildungsganges von zweijähriger Dauer, z.B. Kinderpfleger(in), Sozialhelfer(in), Heilerziehungshelfer(in) oder einer einschlägigen Berufsausbildung oder
  • Abschluss einer Berufsfachschule oder Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen, die in zwei Jahren neben (erweiterten) beruflichen Kenntnissen die Fachhochschulreife vermitteln oder
  • Nachweis einer einschlägigen Berufstätigkeit von mindestens fünf Jahren oder
  • Nachweis der vollen Fachhochschulreife oder der Allgemeinen Hochschulreife in Verbindung mit einer einschlägigen beruflichen Tätigkeit von mindestens sechs Wochen in Vollzeitbeschäftigung oder von 480 Stunden in Teilzeitbeschäftigung in einer für den Bildungsgang geeigneten Einrichtung (z.B. Praktikum, Soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst) oder
  • Nachweis eines nicht einschlägigen Berufsabschlusses in Verbindung mit einer einschlägigen beruflichen Tätigkeit von mindestens sechs Wochen in Vollzeitbeschäftigung oder von 480 Stunden in Teilzeitbeschäftigung in einer für den Bildungsgang geeigneten Einrichtung (z.B. Praktikum, Soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst)

Dauer und Organisation der Ausbildung

  • zwei Jahre Vollzeitunterricht im Umfang von etwa 34 Wochenstunden – 16 Wochen Praktikum in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Berufspraktikum (durch die Schule begleitet): Berufstätigkeit in einer Einrichtung der Eingliederungs­hilfe, ergänzt durch etwa 160 bis 200 Unterrichtsstunden

Unterrichtsfächer

Fachrichtungsübergreifender Lernbereich:

  • Deutsch/Kommunikation
  • Englisch
  • Politik/Gesellschaftslehre
  • Religionslehre

Fachrichtungsbezogener Lernbereich:

  • Theorie und Praxis der Heilerziehung
  • Gesundheit/Pflege
  • Psychiatrie
  • Organisation/Recht/Verwaltung
  • Heilerziehungspflegerische Schwerpunkte:

  • Kreativ-musischer Bereich:(Musik/Rhythmik, Werken/Gestalten, Spiel)
  • Sprachlich-kommunikativer Bereich: (Sprachförderung, basale Kommunikation)
  • Gesundheits-bewegungsorientierter Bereich: (Psychomotorik, Hauswirtschaft)
  • Organisatorisch-technologischer Bereich: (Organisation/Technologie, einschließlich EDV)
  • Projektarbeit
  • Praxis in Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Differenzierungsbereich:

  • Mathematik (für Studierende, die die Fachhochschulreife erlangen möchten)
  • Arbeitsgemeinschaften

Berechtigungen

Der Berufsabschluss Staatlich anerkannte Heilerziehungs­pflegerin/Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger berechtigt:

  • zur Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit als sozialpäda­gogische Fachkraft und als Pflegefachkraft für die selbst­ständige Tätigkeit mit Menschen aller Altersgruppen mit Behinderung
  • zur Weiterbildung zur Heilpädagogin/zum Heilpädagogen
  • in Verbindung mit der Fachhochschulreife die Klasse 13 der Fachoberschule mit dem Ziel der „Allgemeinen Hochschulreife“ zu besuchen
  • in Verbindung mit der Fachhochschulreife zum Studium an Hochschulen für Sozialwesen oder anderer Fachrichtungen (nach einem einschlägigen Praktikum)

Antrag auf Aufnahme

Die Bewerbungsunterlagen können ab September eingereicht werden. Dem Antrag sind beizufügen:

  • Bewerbungsanschreiben
  • Lebenslauf
  • drei Passbilder (bitte auf der Rückseite mit Vor- und Nachnamen versehen)
  • Taufnachweis
  • ausgefüllter Bewerbungsbogen
  • Zeugnis über die Fachoberschulreife oder Fachhochschul­reife oder Allgemeine Hochschulreife (in beglaubigter Kopie)
  • Nachweis über die berufspraktischen Voraussetzungen
  • nach Aufnahme: erweitertes polizeiliches Führungszeugnis

Die Entscheidung über die Aufnahme erfolgt nach einem persönlichen Bewerbungsgespräch.

Ausbildungskosten

Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen werden Lernmittel gewährt. Es wird eine jährliche Sachkosten­pauschale erhoben. Außerdem sind eventuelle Studienfahrten und Tage religiöser Orientierung zu finanzieren.

Ausbildungsbeihilfen

Ausbildungshilfen können, bei entsprechender Voraussetzung, nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) und nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gewährt werden.

An der Schule ist das Schülerticket eingeführt.

Anfahrt

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie das Erzbischöfliche Berufskolleg Köln mit den KVB-Linien 18 (Haltestelle Weißhausstraße) und 9 (Haltestelle Universität), mit dem Bus mit der Linie 142 (Haltestelle Weißhausstraße).

Stadtplan

Bewerbungen an

(Bitte komplett in einer normalen Klarsichthülle einreichen)

Erzbischöfliches Berufskolleg Köln
Fachschule für Heilerziehungspflege
Berrenrather Straße 121
50937 Köln

Zuständige Bildungsgangleiterin

Frau Andrea Els

Telefonische Sprechzeiten

Donnerstags, 10:00–11:00 Uhr


Filmbeitrag


Ein Filmbeitrag mit Birgit van Elten

FAQs

Welche Organisationsform bieten wir an?
Die Ausbildung zur/zum HEP wird in Vollzeit angeboten. Das bedeutet: Zwei Jahre vollzeitschulische Ausbildung mit insgesamt 3 Praktika und einem Projekt.

Welche Praktika sind zu absolvieren?
Das erste Blockpraktikum findet in den fünf Wochen des ersten Ausbildungsjahres nach den Weihnachtsferien statt und hat den Schwerpunkt Grundpflege.
Das zweite Blockpraktikum dauert ca. sechs Wochen, hat den Schwerpunkt Behandlungspflege und findet im ersten Ausbildungsjahr vor den Sommerferien statt.
Das dritte Blockpraktikum dauert ca. sechs Wochen, beinhaltet eine pädagogische Aufgabenstellung und findet im zweiten Ausbildungsjahr statt.
Insgesamt sind es 16 Wochen Praktika.
Um Karneval des zweiten Ausbildungsjahres herum führen die Studierenden im Team ein Projekt ihrer Wahl in einer Einrichtung ihrer Wahl statt.

Kann ich mir die Praxisstellen selber suchen?
Im Prinzip ja, der Bildungsgang hält aber auch umfangreiche Listen von Einrichtungen bereit, aus denen sich die Studierenden Praxisstellen in Bereichen der Behinderten-/Eingliederungshilfe heraussuchen können.
Wenn Studierende eine Praxisstelle kennen, die nicht in den Listen enthalten ist, werden sie gebeten, ein Konzept der Einrichtung beizubringen, damit die Kolleg*innen ermessen können, ob die gewünschte Ausbildung dort gewährleitet ist.
Die Studierenden werden gebeten, zu zweit ein Praktikum in einer Einrichtung zu absolvieren, um sich gegenseitig zu stärken, Fahrtkosten und Fahrzeiten zu minimieren, auch im Hinblick auf Koordinierung der Praxisbesuche durch die Lehrer*innen.

Gibt es die Möglichkeit ein Praktikum im Ausland zu absolvieren?
Das dritte Praktikum kann als Europa-Praktikum absolviert werden. Wir haben Kontakt zu Partner-Praxisstellen in Österreich und Ungarn.

Wieviele Praxisbesuche finden statt?
Im Laufe der Ausbildung (inklusive Berufspraktikum) werden die Studierenden insgesamt 11 mal von verschiedenen Lehrkräften besucht.

Was ist der Kerngedanke des Lernfeldkonzeptes/der Kompetenzorientierung?
Die Ausbildung ist in sechs Lernfelder unterteilt, in denen es darum geht, bestimmte Lernsituationen zu bewältigen. Alle Fächer tragen dazu bei, dass die dafür notwendigen Kompetenzen erworben werden. Es werden in der Ausbildung nicht mehr vornehmlich Inhalte gelernt, sondern Kompetenzen erworben, mit denen berufliche Handlungssituationen/Problemstellungen bewältigt werden können.

Wie viele Klausuren werden pro Ausbildungsjahr geschrieben?
Nicht mehr als acht.

Was bedeutet Theorie-Praxisverzahnung?
Ausgehend von beruflichen Handlungssituationen schauen Studierende und Lehrkräfte, welche Fähigkeiten, Fertigkeiten, welches Wissen und Können gebraucht wird. Diese sind der Ausgangspunkt für den Lernprozess. Das Gelernte wiederum bleibt kein isoliertes Wissen, sondern wird auf die Praxis übertragen.

Wann bin ich in der Schule?
Die Schulzeiten richten sich nach den nordrheinwestfälischen Ferienzeiten. Die Ferienzeiten sind unterrichtsfrei.

Wie viele Stunden habe ich in der Woche?
Die Ausbildung beinhaltet etwa 35 Schulstunden in der Woche.

Wieviele Studierende sind in meiner Klasse?
Etwa 25 Frauen und Männer

Gibt es die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung?
Ja, Aufstiegs-BAFöG kann beantragt werden.

Bitte, kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen haben: birgit.vanelten@ebk-koeln.de und marlies.grueter@ebk-koeln.de oder montags von 10.00 bis 11.00 Uhr unter 0221 3377180.