Wahlfach Religion und Ethik

Im Wahlfach Religion und Ethik bei Frau Kunz ging es zu Beginn um religiöse „TAT-Orte“ Wir haben uns verschiedene wunderbare „TAT-Orte“ angeschaut, an denen Werte wie Menschlichkeit, Achtsamkeit, liebvolle Fürsorge und vieles mehr gelebt werden. Wir haben uns u.a. „Gubbio“, die Obdachlosenseelsorge in der Südstadt angeschaut und sind mit Bruder Markus ins Gespräch gekommen, der uns durch seine Authentizität, wie er über die Wohnungslosen sprach, nachhaltig tief beeindruckt hat. Wir sind nach Höhenberg/Vingst gefahren und haben uns die TAT-Orte von St. Theodor und St. Elisabeth von Pfarrer Meurer angeschaut. Wir waren erstaunt, was ehrenamtliche Helfer von einem Kleiderladen über eine Fahrradwerkstatt bis hin zur Lebensmittelausgabe auf die Beine stellen. Egal, ob sie dort ehrenamtlich tätig oder Konsumenten sind, für ALLE ist dies ein Ort der Begegnung. Diese Begegnung unter den Menschen konnten wir bei unserem Besuch sehr deutlich wahrnehmen und sie beeindruckte uns nachhaltig.

Als weitere Station besuchten wir eine interaktive Ausstellung im Crux mit dem Titel „Liebesalarm“. Dort ging es vor allem um den WERT Liebe. Eine weitere Einrichtung war das muslimische Familienbildungswerk in Köln-Ehrenfeld, wo uns die Leiterin, Frau Ezder, voller Begeisterung ihre Arbeit im Haus vorgestellt hat.

Gefüllt von vielen Eindrücken, was alles möglich ist und wo wunderbare Dinge um uns herum passieren, haben wir überlegt, wo und für wen wir TÄTIG werden wollen. In der Gruppe kamen wir schnell zu der Entscheidung, etwas für Jugendliche zu machen, und es sollte etwas Aktives, ein Spiel, eine Übung, eine Werte-Bildung-Aktion sein.

Durch verschiedene Texte, Lieder und Gedanken setzten wir uns selber mit unseren Werten auseinander und wurden an der einen oder anderen Stelle auch mit unseren eingeschlafenen Werten wieder neu konfrontiert. Wir entwickelten einen Wertefragebogen. Insgesamt haben wir dann 100 Personen im Alter von 14 bis 90 Jahren, verschiedener Bildungs- und Berufsgruppen, unterschiedlicher Nationalitäten und unterschiedlicher Lebenslagen befragt. Die Auswertung des Fragebogens und deren Ergebnisse wurden zu einer Säule der „Werte-Aktion“, bei der die Teilnehmer*innen z.B. einschätzen sollen, welche zwei Wertepaare für Jugendliche den höchsten Stellenwert haben.

Eine zweite Säule der Aktion stellten Alltagssituationen dar, bei denen es darum geht, sich einzufühlen und persönlich Position zu beziehen. Durch eine Unterrichtseinheit, in der wir uns mit Medienethik und den „Risiken“ von Facebook und Internet beschäftigt haben, wurde deutlich, dass die Empathie-Fähigkeit etwas ist, was wir immer wieder neu üben müssen, um den anderen mit seinen Ängsten und Nöten wahr- und ernst zu nehmen. Eine wesentliche Qualität des Miteinanders, was nur über In-Beziehung-Gehen funktioniert, statt öffentlich oder anonym abzuwerten.

Eine dritte Säule waren verschiedene Teamübungen, in denen die Gruppe sich Herausforderungen stellt, um dann in der Auswertung der jeweiligen Übung die für die Gruppe wichtigsten WERTE des WIRs herauszuarbeiten.

Die letzte Säule sind Zitate und Lieder, die uns auf unserem Weg begegnet sind und die wir für passend und sinnvoll erachteten.

Nachdem wir einen Titel und ein Design entwickelt haben, führten wir unser Spiel mit der FSU 2 im Rahmen des Religionsunterrichtes durch, was für uns eine wunderbare Übung war. Wir konnten uns in der Anleitung erleben und gleichzeitig sehen, wie die einzelnen Aktionen, Fragen, Gedanken, Impulse von der Gruppe aufgenommen wurden. Das konstruktive Feedback der Teilnehmer*innen motivierte uns, die Aktion noch an verschiedenen Stellen zu verfeinern.

Bis heute haben wir unsere Aktion schon in einer 10. Klasse eines Gymnasiums im Rahmen des Ethikunterrichtes durchgeführt, mit schulmüden Jugendlichen im Don Bosco Club und Studenten der Sozialarbeit an der FH Köln. Das Entwickeln auf der einen Seite, das praktische Anwenden auf der anderen Seite und sich als Anleiter*in weiter zu üben, hat das Wahlfach Religion und Ethik zu einem wertvollen „TAT-ORT“ für uns gemacht.

  • Text:A. Adam, M. Brandka, A.-C. Hintzen, T. Irrgang, V. Peter, CH. Plasberg, V. Schäfer, S. Paffrath (Studierende aus der FSU2 und FSU3) und Frau S. Kunz.
  • Titelbild & Artikelfotos:Suse Kunz
  • Fotos (Bilderreihe):Carsten Arntz, Reinhold Horz